Stoppelgans

Die Stoppelgans gehörte früher ebenfalls zu den Weihnachtsumzügen. Ein Junge oder Mädchen stieg mit den Füßen in die Ärmel eines langärmeligen weißen Nachthemdes, beugte sich vor und ging mit den Armen noch in die Ärmel hinein. Auf den Rücken legte man ein Kopfkissen, das Nachthemd wurde darübergezogen und zugebunden. Sie war somit Kopf- und Armlos, hatte nur zwei Beine. Die Stoppelgans konnte nur mühsam gehen. Im Weih­nachtszimmer stellte man ihr ein Bein, damit sie hinfiel. Sie wälzte sich so­lange hin und her, bis man sie wieder aufstellte. Belegt ist die Stoppelgans für die Orte Ellenbach und Erlenbach bei Fürth; Glattbach, Kolmbach, Schlierbach. Seidenbuch und Winkel bei Lindenfels. In Wersau bei Brensbach trat sie früher unter dem Namen Kimmelriwwer auf. In Gadem bei Wald-Michelbach kam um 1875 mit dem Hömersnickel "de Borzelbaam". Vermutlich handelt es sich um die selbe Brauchgestalt.

StoppelgansStoppelgans

Fotos - Stoppelgans bei Fürth